Die Zeiten im Überblick
Eine Mondfinsternis läuft in fünf Etappen ab. Zuerst wandert der Mond in den Halbschatten der Erde und wird nur unmerklich dunkler. Erst wenn er den Kernschatten erreicht, wird der Biss aus der Scheibe sichtbar.
Über Deutschland stehen die ersten drei Etappen am Himmel. Die letzten beiden fallen hinter den Horizont, weil der Mond untergeht, während die Finsternis noch läuft.
| Etappe | Uhrzeit | Über Deutschland |
|---|---|---|
| Halbschatten beginnt | 03:24 Uhr | sichtbar |
| Kernschatten beginnt | 04:34 Uhr | sichtbar |
| Maximum — 96,2 % bedeckt | 06:13 Uhr | sichtbar, tief im Westen |
| Kernschatten endet | 07:52 Uhr | Mond bereits untergegangen |
| Halbschatten endet | 09:02 Uhr | Mond bereits untergegangen |
Warum der Untergang das Beste daran ist
Der Mond steht beim Maximum tief über dem westlichen Horizont und sinkt weiter, während der Osten schon hell wird. Wer nach draußen geht, sieht einen fast vollständig verfinsterten Mond direkt über den Dächern — und gegenüber die aufgehende Sonne.
Für diesen Anblick brauchst du freie Sicht nach Westen. Ein Feld, eine Anhöhe, ein hohes Fenster. Vom Innenhof aus wird das nichts.
Wo der Mond dabei steht
Zum Zeitpunkt des Maximums steht der Mond vor dem Sternbild Wassermann — der echten Sternbild-Position nach IAU-Grenzen, gerechnet für den Moment der größten Verdunkelung. Im tropischen Raster der Zeitungshoroskope stünde er in den Fischen. Der Unterschied von fast einem ganzen Zeichen ist der Grund, warum wir mit dem echten Himmel rechnen und nicht mit dem Raster.
Der Vollmond selbst fällt auf 06:18 Uhr, fünf Minuten nach dem Maximum der Finsternis. Das ist kein Zufall: Eine Mondfinsternis kann nur bei Vollmond stattfinden, weil nur dann Sonne, Erde und Mond auf einer Linie stehen.
Die Überlieferung zählt Finsternis-Vollmonde zu den stärksten Tagen des Jahres und gibt dem, was an ihnen abgeschlossen wird, besonderes Gewicht.
Die zweite Finsternis in zwei Wochen
Am 12. August 2026 zieht eine totale Sonnenfinsternis über die Nordhälfte Spaniens und an Island vorbei — die erste totale Sonnenfinsternis über Europa seit 27 Jahren. Sechzehn Tage später folgt diese Mondfinsternis. Solche Paare sind die Regel: Immer wenn Sonne, Erde und Mond nahe genug an einer Linie stehen, gibt es innerhalb von rund zwei Wochen zwei Finsternisse.
Diese hier gehört zur Saros-Serie 138, ihre Vorgängerin lief am 16. August 2008 ab. Eine Finsternisfamilie wiederholt sich alle 18 Jahre und 11 Tage, jedes Mal ein Stück gegen die vorige verschoben.
Ein Ritual für diesen Morgen
Steh eine Stunde früher auf als sonst und such dir einen Platz mit freiem Blick nach Westen. Nimm etwas zu schreiben mit. Zwischen 04:34 und 06:13 wandert der Schatten über die Scheibe, das dauert lange genug, um in Ruhe dazusitzen.
Schreib auf, was dieses Jahr für dich zu Ende gegangen ist. Der Vollmond ist die Zeit des Abschließens, und ein verfinsterter Vollmond gibt dem mehr Gewicht als jeder andere Termin im Jahr. Wenn der Mond untergeht, lass es dabei bewenden.
Häufige Fragen
Wann ist die Mondfinsternis am 28. August 2026?
Der Kernschatten erreicht den Mond um 04:34 Uhr MESZ, das Maximum liegt um 06:13 Uhr. Ab etwa 03:24 Uhr wandert der Mond bereits durch den Halbschatten, was mit bloßem Auge kaum auffällt.
Ist die Mondfinsternis in Deutschland sichtbar?
Ja, der interessante Teil schon. Vom Beginn im Kernschatten bis zum Maximum steht der Mond über dem Horizont. Das Ende der Finsternis fällt hinter den Horizont, weil der Mond untergeht.
Wie stark ist die Verfinsterung?
Die Magnitude beträgt 0,930, bedeckt werden 96,2 Prozent der Mondoberfläche. Eine partielle Finsternis kommt einer totalen damit ungewöhnlich nahe — ein schmaler Rand der Scheibe bleibt hell.
Brauche ich ein Fernglas?
Nein. Eine Mondfinsternis lässt sich mit bloßem Auge verfolgen, anders als eine Sonnenfinsternis auch völlig gefahrlos. Ein Fernglas zeigt die Schattenkante schärfer.
Wann ist die nächste Mondfinsternis?
Am 20. Februar 2027 folgt eine Halbschatten-Mondfinsternis. Die ist deutlich unauffälliger — der Mond wird nur leicht dunkler, ohne sichtbaren Biss in der Scheibe.
Was heißt „siderisch“?
Wir rechnen die echte Position des Mondes vor dem tatsächlichen Sternbild, nach IAU-Standard — nicht das ausgedachte 30-Grad-Raster der Zeitungshoroskope. So triffst du den Tag genauer als jeder gedruckte Kalender.