Himmelsuhr

Was am Himmel passiert

Perseiden

Jeden Sommer zieht die Erde durch die Staubspur des Kometen Swift-Tuttle. Bis zu hundert Meteore in der Stunde, in einer Nacht, in der man ohne Jacke draußen liegen kann. Der nächste Höhepunkt fällt auf den 13. August 2027.

Aktiv 17. Juli bis 24. August · Zeiten in deutscher Zeit · Termine nach IMO · Mondstand aus der eigenen Engine gerechnet

Kurz gesagt

Der Höhepunkt fällt auf 13. August 2027, gegen 11:00 Uhr MESZ. Zum Maximum: 88 Prozent zunehmend. Der Mond hellt die Nacht deutlich auf. Am besten liegst du ab etwa 23 Uhr draußen, am stärksten fallen sie in den Stunden vor der Dämmerung.

Wie du sie siehst

Es braucht keine Ausrüstung. Ein Fernglas schadet sogar, weil es den Ausschnitt verkleinert und Meteore überall am Himmel auftauchen. Was hilft: eine Decke, ein flacher Blick nach oben statt in eine bestimmte Richtung, und zwanzig Minuten Geduld, bis sich die Augen umgestellt haben. Jeder Blick aufs Telefon setzt diese zwanzig Minuten zurück.

Der Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Perseus, im Nordosten. Hinsehen musst du dort trotzdem nicht — die Meteore ziehen quer über den ganzen Himmel und wirken weiter vom Radianten entfernt sogar länger. Such dir den dunkelsten Fleck, den du erreichst, und leg dich so, dass keine Straßenlaterne im Blickfeld steht.

Die Perseiden treffen die Atmosphäre mit 59 Kilometern pro Sekunde. Das ist schnell genug für die hellen, weiß-gelben Spuren, für die sie bekannt sind, und für die gelegentlichen Feuerkugeln, die noch Sekunden später eine leuchtende Bahn stehen lassen.

Warum sie jedes Jahr wiederkommen

Der Komet 109P/Swift-Tuttle braucht 133 Jahre für eine Runde um die Sonne und hat auf seiner Bahn über Jahrtausende Staub verloren. Die Erde kreuzt diese Spur jeden Sommer an derselben Stelle ihrer Bahn — deshalb liegt das Maximum immer in derselben Augustwoche, während der Wochentag wandert.

Weil die Spur nicht gleichmäßig dicht ist, schwankt die Ausbeute von Jahr zu Jahr. Zieht die Erde durch ein älteres, gut durchmischtes Band, fällt eine ruhige Nacht heraus. Trifft sie ein junges, noch kompaktes Filament, wird es ein Ausbruchsjahr.

Die Überlieferung kennt die Augustnächte als Zeit der Wünsche: Was man einer fallenden Sternschnuppe anvertraut, bleibt ungesagt und geht darum in Erfüllung. In der christlichen Tradition heißen die Perseiden Laurentiustränen, nach dem Gedenktag des heiligen Laurentius am 10. August — mitten im Aktivitätsfenster.

Die Maxima bis 2030

Was ein Perseidenjahr ausmacht, entscheidet der Mond. Eine Nacht mit Vollmond kostet leicht zwei Drittel der sichtbaren Meteore, eine mondlose Nacht schenkt sie zurück. Hier stehen alle Termine des Jahrzehnts nebeneinander, damit du siehst, welches Jahr sich lohnt.

2028 ist das Jahr, auf das man warten sollte. Für den 12. August ist ein Ausbruch prognostiziert: Die Erde trifft ein junges Staubfilament, und der Mond geht erst gegen 21 Uhr auf. Modellrechnungen von Lyytinen und Vaubaillon führen diesen Durchgang als deutlich über dem Normalmaß.

Zeiten in deutscher Zeit. Quelle: International Meteor Organization, Meteor Shower Calendar; ab 2028 aus dem Sonnenlängengrad abgeleitet (in-the-sky.org, Lyytinen/Vaubaillon).
JahrMaximumMond in dieser NachtAussicht
2026Donnerstag, 13.08.2026Neumond am 12. Augustsehr gut
2027Freitag, 13.08.202788 Prozent zunehmendschwach
2028Samstag, 12.08.202852 Prozent, Mondaufgang 21:02 Uhrbrauchbar
2029Sonntag, 12.08.202914 Prozent zunehmende Sichelsehr gut
2030Dienstag, 13.08.2030Vollmond am 13. Augustschwach

Häufige Fragen

Wann sind die Perseiden 2027?

Das Maximum liegt am 13. August 2027 gegen 11:00 Uhr MESZ. Aktiv ist der Strom vom 17. Juli bis 24. August, mit langsam an- und abschwellender Zahl.

Um wie viel Uhr sieht man die meisten Sternschnuppen?

Ab etwa 22 bis 23 Uhr steht der Radiant hoch genug. Die meisten Meteore fallen in den Stunden vor der Morgendämmerung, weil die Erde dann mit der Vorderseite in die Staubspur läuft.

Wie viele Sternschnuppen pro Stunde sind es wirklich?

Die Zahl 100 ist die ZHR — sie gilt für einen völlig dunklen Himmel mit dem Radianten im Zenit. Unter deutschem Landhimmel bleiben davon in einer guten Nacht etwa 30 bis 60 übrig, in der Stadt deutlich weniger.

Wo muss ich hinschauen?

Nicht auf einen bestimmten Punkt. Der Radiant liegt im Perseus im Nordosten, die Meteore ziehen aber über den ganzen Himmel. Am meisten siehst du mit einem entspannten Blick nach oben und einem möglichst großen Stück freien Himmels.

Brauche ich ein Teleskop oder Fernglas?

Nein, im Gegenteil. Beides verkleinert den Ausschnitt und lässt dich die meisten Meteore verpassen. Bloßes Auge, dunkler Platz, zwanzig Minuten Anpassungszeit.

Warum heißen sie Perseiden?

Weil ihre Bahnen alle aus derselben Richtung zu kommen scheinen: aus dem Sternbild Perseus. Das ist ein perspektivischer Effekt, wie bei Schneeflocken in der Windschutzscheibe.

Welches Jahr wird das beste?

2028. Für den 12. August ist ein Ausbruch prognostiziert, und der Mond steht mit 52 Prozent erst ab etwa 21 Uhr am Himmel. 2029 folgt die nächste mondfreie Nacht.

Was hat der Mondkalender damit zu tun?

Der Mond entscheidet, wie viel du siehst — je heller er steht, desto mehr schwache Meteore gehen im aufgehellten Himmel unter. Im Mondkalender fällt der Höhepunkt der Perseiden fast immer in den Löwen oder die Jungfrau; die Überlieferung liest diese Augustnächte als gute Zeit für Vorhaben, die man erst einmal für sich behält.

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