Himmelsuhr

Die großen Mondfragen

Perigäum und Apogäum — warum der Mond mal näher steht und mal ferner

Der Mond läuft auf einer Ellipse. In Erdnähe erscheint er größer, läuft schneller und zieht stärker an den Meeren. Was Perigäum und Apogäum sind, wann sie das nächste Mal anstehen und was ein Supermond damit zu tun hat.

14. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit · für heute gerechnet

Der Mond hält keinen festen Abstand zur Erde. Seine Bahn ist eine Ellipse, und auf ihr kommt er uns alle vier Wochen einmal besonders nah und entfernt sich einmal besonders weit. Die beiden Punkte heißen Perigäum und Apogäum.

Heute steht der Mond 380.400 km von der Erde entfernt. Die nächste Erdnähe: 28. Oktober, 364.409 km. Die nächste Erdferne: 13. November, 405.618 km.

Eine Ellipse mit zwei Wendepunkten

Wer sich die Mondbahn als Kreis vorstellt, liegt knapp daneben. Die Erde sitzt nicht in der Mitte der Bahn, sondern in einem ihrer beiden Brennpunkte. Daraus folgen ein nächster und ein fernster Punkt, und genau die tragen ihre Namen aus dem Griechischen: Perigäum heißt erdnah, Apogäum erdfern.

Im Mittel liegen 384.400 Kilometer zwischen Erde und Mond. In Erdnähe sind es rund 357.000 bis 370.000, in Erdferne rund 404.000 bis 406.600. Für 2026 gerechnet war das nächste Perigäum des Jahres am 24. Dezember um 09:33 Uhr mit 356.651 Kilometern erreicht, das fernste Apogäum am 11. Dezember mit 406.417 Kilometern. Zwischen beiden Werten liegen knapp fünfzigtausend Kilometer, fast vier Erddurchmesser.

Von einer Erdnähe zur nächsten vergehen im Mittel 27,55 Tage. Dieser Abschnitt heißt anomalistischer Monat. Er ist zwei Tage kürzer als der Weg von Vollmond zu Vollmond, und einzelne Umläufe weichen deutlich davon ab: 2026 lagen zwischen zwei Perigäen mal gut 25, mal fast 28,5 Tage.

Warum nicht jede Erdnähe gleich nah ist

Die Sonne zerrt an der Mondbahn. Je nachdem, wie die lange Achse der Ellipse gerade zur Sonne steht, wird die Bahn etwas gestreckt oder etwas runder. Am stärksten gestreckt ist sie, wenn die Achse zur Sonne zeigt. Dann fallen die Perigäen besonders nah und die Apogäen besonders fern aus.

Die Achse selbst bleibt dabei nicht stehen. Sie dreht sich in knapp neun Jahren einmal um den ganzen Tierkreis, in derselben Richtung, in der der Mond läuft. Die Erdnähe wandert also langsam durch die Sternbilder. Der gemittelte Ort der Erdferne ist übrigens der Punkt, den die Astrologie als Lilith führt. Was das Lilith-Arbeitsheft über ihn sagt, beginnt mit genau dieser Bahnrechnung.

Was sich in Erdnähe ändert

Die Scheibe wird größer. Von der Erde aus gesehen misst der Mond in der engsten Erdnähe 2026 rund 33,5 Bogenminuten, in der fernsten Erdferne 29,4. Das sind knapp 14 Prozent mehr Durchmesser und rund 30 Prozent mehr Fläche. Hoch am Himmel und ohne Vergleich fällt das kaum auf. Ein Foto vom selben Ort mit derselben Brennweite zeigt es sofort.

Er läuft schneller. In Erdnähe legt der Mond an einem Tag bis zu gut 15 Grad seiner Bahn zurück, in Erdferne knapp 12. Für den Kalender heißt das: Steht die Erdnähe in einem Sternbild, ist der Mond dort früher wieder draußen. Durch die Jungfrau, das breiteste Sternbild seiner Bahn, braucht er dann knapp drei Tage, in Erdferne fast vier. Die Sternbild-Tage zeigen das jedes Jahr an anderen Stellen.

Er zieht stärker an den Meeren. Die Gezeitenkraft wächst mit der dritten Potenz der Nähe. Zwischen engster Erdnähe und fernster Erdferne liegt deshalb fast das Anderthalbfache. Fällt die Erdnähe auf einen Neu- oder Vollmond, wenn Sonne und Mond ohnehin in einer Linie ziehen, laufen die Springtiden an den Küsten höher als sonst.

Der Supermond

Steht ein Vollmond nahe an einer Erdnähe, heißt er Supermond. Der Begriff stammt nicht aus der Astronomie. Der Astrologe Richard Nolle hat ihn 1979 eingeführt, und er hat sich durchgesetzt, weil er etwas Sichtbares benennt: den größten und hellsten Vollmond der Saison.

Wann das passiert, ergibt sich aus zwei Takten. Die Erdnähe kehrt alle 27,55 Tage wieder, der Vollmond alle 29,53. Die beiden laufen gegeneinander, holen sich ein und treffen sich nach gut dreizehn Monaten erneut. Supermonde kommen deshalb in kleinen Serien, meist zwei bis drei aufeinanderfolgende Vollmonde, und dann ist für ein Jahr Ruhe.

Der nächste fällt auf den 24. Dezember 2026. Vollmond um 02:28 Uhr, die Erdnähe folgt gut sieben Stunden später, und mit 356.651 Kilometern ist es die nächste Erdnähe der Jahre 2026 bis 2030. Alle Zahlen dazu stehen auf der Seite zum Supermond am 24. Dezember.

Das Gegenstück heißt Mikromond: ein Vollmond in Erdferne, kleiner und blasser als jeder andere des Jahres. Er bekommt weniger Aufmerksamkeit, obwohl der Unterschied derselbe ist, nur in die andere Richtung.

Wie hell ist hell

Ein Supermond strahlt rund 30 Prozent heller als ein Mikromond, so viel, wie seine Fläche zulegt. Für die Nacht draußen ist ein anderer Faktor wichtiger, nämlich die Phase. Schon zwei Tage vor oder nach dem Vollmond ist der Mond merklich schwächer, ganz gleich, wie nah er steht. Welcher Abend wie hell ausfällt, rechnet der Mondhelligkeitskalender für die nächsten drei Monate aus.

Für ein Vollmond-Ritual zählt die Nähe deshalb weniger als die Uhrzeit. Wer den Moment des vollen Mondes erwischen will, schaut auf die Minute im Mondkalender, und wer das Ritual plant, findet die Schritte unter Vollmond-Ritual. Wie der Mond durch alle acht Phasen läuft, steht im Artikel über die acht Mondphasen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Perigäum und Apogäum?

Das Perigäum ist der erdnächste Punkt der Mondbahn, das Apogäum der erdfernste. In Erdnähe steht der Mond rund 357.000 bis 370.000 Kilometer entfernt, in Erdferne rund 404.000 bis 406.600.

Wann ist das nächste Perigäum?

Die nächste Erdnähe ist am 28. Oktober, 364.409 km. Sie kehrt im Mittel alle 27,55 Tage wieder.

Wie viel größer ist ein Supermond?

Gegenüber einem Mikromond bis zu 14 Prozent im Durchmesser und rund 30 Prozent in der Fläche. Gegenüber einem durchschnittlichen Vollmond ist der Unterschied etwa halb so groß.

Hat die Erdnähe Einfluss auf die Gezeiten?

Ja. Die Gezeitenkraft des Mondes wächst stark mit der Nähe. In engster Erdnähe ist sie fast anderthalbmal so groß wie in fernster Erdferne. Fällt die Erdnähe auf Neu- oder Vollmond, laufen die Springtiden höher.

Was hat das Apogäum mit Lilith zu tun?

Der gemittelte Ort der Erdferne ist der Punkt, den die Astrologie als Lilith oder Schwarzen Mond führt. Er wandert in knapp neun Jahren einmal durch den Tierkreis.

Für deinen eigenen Himmel

Die Tage auf dieser Seite gelten für alle. Welche davon für dich die stärksten sind, hängt vom Stand des Mondes bei deiner Geburt ab — das rechnet das Reading „Mein Mond“ aus deinem Geburtsdatum. Den laufenden Mond zeigt der Mondkalender.

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