Himmelsuhr

Die großen Mondfragen

Siderischer und synodischer Monat — 27,32 gegen 29,53 Tage

Der Mond braucht 27,32 Tage durch alle Sternbilder, aber 29,53 Tage von Vollmond zu Vollmond. Woher die zwei Tage kommen und warum daraus jede Verschiebung im Mondkalender folgt.

14. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit · für heute gerechnet

Der Mond hat zwei Uhren. Die eine zählt seinen Weg durch die Sternbilder und läuft nach 27,32 Tagen einmal herum. Die andere zählt seine Phasen und braucht 29,53 Tage. Fast alles, was einen Mondkalender kompliziert macht, folgt aus dem Abstand zwischen diesen beiden Zahlen.

Heute steht der Mond im Sternbild Wassermann, er ist Zunehmender Dreiviertelmond. Der nächste Vollmond: 26. Oktober, 05:11 Uhr.

Zwei Arten, einen Umlauf zu zählen

Der siderische Monat misst den Umlauf gegen den Sternhintergrund. Steht der Mond heute vor einem bestimmten Stern im Löwen, steht er nach 27 Tagen, 7 Stunden und 43 Minuten wieder davor. Das ist der Takt, in dem er die Sternbilder durchläuft und aus dem der Mondkalender seine Tagesqualitäten nimmt.

Der synodische Monat misst die Phasen, von Neumond zu Neumond. Er dauert im Mittel 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten und heißt auch Lunation. Aus ihm stammt das Wort Monat selbst.

Woher die zwei Tage kommen

Während der Mond einmal um die Erde läuft, zieht die Erde ein Stück weiter um die Sonne, in einem Monat knapp 30 Grad. Hat der Mond seinen Umlauf vor den Sternen vollendet, steht die Sonne von der Erde aus gesehen nicht mehr dort, wo sie beim letzten Neumond stand. Der Mond muss ihr noch gut zwei Tage hinterherlaufen, bis er wieder mit ihr in einer Linie steht und der nächste Neumond kommt.

Ein Bild dafür sind zwei Zeiger einer Uhr. Der Minutenzeiger braucht für eine Runde genau eine Stunde, holt den Stundenzeiger aber erst nach gut einer Stunde und fünf Minuten wieder ein, weil der inzwischen weitergewandert ist. Der Mond ist der schnelle Zeiger, die Sonne der langsame.

Fünf Monate, ein Mond

Die Astronomie kennt fünf Monate, je nachdem, woran sie den Umlauf misst.

Monat Gemessen an Mittlere Dauer
Drakonitisch Durchgang durch denselben Mondknoten 27,21 Tage
Tropisch Rückkehr zum Frühlingspunkt 27,32 Tage
Siderisch Rückkehr vor denselben Stern 27,32 Tage
Anomalistisch Von Erdnähe zu Erdnähe 27,55 Tage
Synodisch Von Neumond zu Neumond 29,53 Tage

Der tropische und der siderische Monat unterscheiden sich nur um etwa sieben Sekunden. Diese Sekunden sind die Präzession, und über Jahrtausende summieren sie sich zu den rund 24 Grad, um die Sternbild und Sternzeichen heute auseinanderliegen. Darum geht es im Artikel über die zwei Tierkreise. Die Erdnähe und der anomalistische Monat stehen im Artikel über Perigäum und Apogäum, der drakonitische Monat bei den Mondknoten.

Was daraus im Kalender folgt

Der Vollmond wandert durch die Sternbilder. Weil zwischen zwei Vollmonden gut zwei Tage mehr liegen als ein Umlauf vor den Sternen, steht jeder Vollmond rund ein Sternbild weiter als der vorige. 2026 lief das so: Ende Juni im Schützen, Ende Juli im Steinbock, Ende August im Wassermann, Ende September in den Fischen, Ende Oktober im Widder, im November im Stier, an Heiligabend in den Zwillingen. In einem Jahr kommt der Vollmond so einmal durch den ganzen Tierkreis.

Die Sternbild-Tage rutschen im Kalender nach vorn. Ein Kalendermonat ist im Schnitt 30,44 Tage lang, der siderische Monat 27,32. Die Löwe-Tage kommen deshalb im Schnitt jeden Monat gut drei Tage früher. 2026 begannen sie am 6. Januar, am 2. Februar und am 2. März, und am Ende des Jahres stand der Löwe vierzehnmal im Kalender statt zwölfmal. Alle Strecken stehen auf der Seite der Löwetage, die anderen Sternbilder unter Sternbild-Tage.

Der Vollmond kommt jeden Monat knapp einen Tag früher. Der Abstand ist kleiner, 30,44 gegen 29,53 Tage. Nach ein paar Monaten reicht er trotzdem für einen zweiten Vollmond im selben Kalendermonat. 2026 war das im Mai so: Vollmond am 1. und am 31. Mai, dreizehn Vollmonde im Jahr. Den zweiten nennt man Blue Moon.

Wann alles wieder zusammenpasst

Zwei Takte, die nicht ineinander aufgehen, treffen sich trotzdem irgendwann wieder fast genau. Für Sonne und Mondphase ist das nach 19 Jahren der Fall: 235 Lunationen dauern fast exakt so lange wie 19 Sonnenjahre. Diesen Zyklus hat der griechische Astronom Meton im 5. Jahrhundert vor Christus beschrieben, und er gilt bis heute.

Der Vollmond vom 26. Oktober 2026 fällt deshalb 2045 wieder auf die Nacht vom 25. auf den 26. Oktober, nur ein paar Stunden früher am Abend. Wer 2026 an einem Vollmond Geburtstag hat, hat ihn 2045 mit großer Wahrscheinlichkeit wieder.

Was das für deine Tage heißt

Für einen einzelnen Tag zählen beide Uhren zugleich. Die synodische sagt, ob der Mond zu- oder abnimmt, die siderische, vor welchem Sternbild er steht. Kein Tag im Jahr hat dieselbe Kombination wie der im nächsten Monat. Jedes Jahr ergibt einen eigenen Kalender.

Wie beide Uhren heute stehen, zeigt der Mondkalender mit Phase und Sternbild auf die Minute. Was daraus für einen Haarschnitt folgt, steht unter Haare schneiden nach dem Mond, und die acht Stufen der synodischen Uhr erklärt der Artikel über die acht Mondphasen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen siderischem und synodischem Monat?

Der siderische Monat ist der Umlauf des Mondes vor den Sternen, 27,32 Tage. Der synodische Monat ist der Weg von Neumond zu Neumond, 29,53 Tage. Der Unterschied entsteht, weil die Erde während eines Umlaufs selbst um die Sonne weiterzieht.

Wie lange dauert ein Mondmonat?

Von Neumond zu Neumond im Mittel 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten. Einzelne Lunationen sind bis zu gut sechs Stunden kürzer oder bis zu sieben Stunden länger, weil der Mond auf seiner Ellipse unterschiedlich schnell läuft.

Warum steht der Vollmond jeden Monat in einem anderen Sternbild?

Weil zwischen zwei Vollmonden gut zwei Tage mehr vergehen, als der Mond für einen Umlauf vor den Sternen braucht. In dieser Zeit legt er knapp 30 Grad zusätzlich zurück, ungefähr ein Sternbild.

Wie viele Vollmonde gibt es in einem Jahr?

Zwölf oder dreizehn. Ein Sonnenjahr ist knapp elf Tage länger als zwölf Lunationen, und alle zwei bis drei Jahre reicht dieser Überhang für einen dreizehnten Vollmond. 2026 war ein solches Jahr.

Für deinen eigenen Himmel

Die Tage auf dieser Seite gelten für alle. Welche davon für dich die stärksten sind, hängt vom Stand des Mondes bei deiner Geburt ab — das rechnet das Reading „Mein Mond“ aus deinem Geburtsdatum. Den laufenden Mond zeigt der Mondkalender.

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